Häufig gestellte Fragen
Nachfolgend der generelle Ablauf, denn vermutlich haben Sie ein Manuskript, wollen aber ein veröffentlichtes Buch. So nähern wir uns diesem Ziel Schritt für Schritt.
Ganz grobe Ablauf-Schablone:
Manuskript ➝ Lektorat (Durchgang 1) ➝ Autor (Durchgang 1) ➝ Lektorat (Durchgang 2) ➝ Autor (Durchgang 2) ➝ Lektorat (finale Checks) ➝ Buchsatz/Layouting ➝ Klappentext ➝ Buchcover ➝ Publisher-Auswahl + Upload z. B. bei BoD oder KDP ➝ Probedruck bestellen ➝ Buch ist am Markt ➝ Aufmerksamkeit generieren (will man Marketing nutzen, sollte man dieses im Idealfall bereits vorab planen, aber hier wäre die Aktivierung)
Wenn Sie bei uns ein Lektorat bestellen, erhalten Sie also mehrere Lektoratsdurchgänge. Im absoluten Minimum sind es zwei Stück, wobei einige Abschnitte (die es nötiger haben) auch deutlich öfter gelesen und überarbeitet werden. Nicht selten wird auch das gesamte Manuskript eher drei- bis viermal gelesen.
Ein Manuskript kann bei uns übrigens auch noch deutlich öfter zwischen Lektor und Autor hin- und hergehen, aber meistens sind nach zwei bis drei Wechseln 95 % der Änderungen passiert und der Rest geht dann ziemlich schnell.
Im ersten Lektoratsdurchgang erhalten Sie Dutzende bis oftmals Hunderte von Kommentaren zu Inhalt, Aufbau, Struktur, Spannung und derlei Dingen. Zudem gibt es meist ein ganzes „Schlachtfeld“ an sprachlichen Korrekturen und Korrekturvorschlägen. Was weniger wild ist, als es nun vielleicht klingt, denn Sie brauchen nicht jede Änderung einzeln anzunehmen oder abzulehnen. Es reicht, lediglich dort etwas zu ändern, wo Sie etwas anders haben möchten. Den Rest an sprachlichen Korrekturen nehmen wir dann in einem Rutsch an.
Zu den inhaltlichen Kommentaren dazu gibt es ein ausführliches Gesamtfazit zum Manuskript. Und oftmals ein, zwei ausführliche Telefonate, je nachdem, ob Sie als Autor lieber am Telefon bereden, was nun zu tun wäre, oder alles per E-Mail regeln wollen. Denn es ist wichtig, auch über den Änderungsplan zu sprechen, mit dem Sie vorhaben, das Manuskript zu updaten. Sie müssen übrigens bei weitem nicht alle Vorschläge eines Lektors nutzen. Sie dürfen ruhig auch anderer Meinung sein.
Zumeist hat ein Lektor recht damit, dass an der jeweiligen Stelle zumindest irgendetwas noch nicht so ganz rund ist, wenn er eine Anmerkung schreibt. Die besten Lösungen wissen Sie als Autor in der Regel aber selbst, da Sie sehr viel mehr über das Universum Ihres Buches kennen als irgendjemand anderes, uns Lektoren inklusive. Jedoch kann es äußerst hilfreich sein, ein bisschen in neue Richtungen bugsiert zu werden und diese zumindest einmal zu durchdenken und zu erforschen. Sie können einen prima Lektor also eher als Muse sehen als jemanden, der Ihnen fast schon Änderungen und Lösungen aufzwingt. Klar, sprachlich haben wir so gut wie immer recht. Aber inhaltlich ist viel Diskussionsspielraum.
Im zweiten Lektoratsdurchgang sind es dann meist bereits deutlich weniger Kommentare, die zudem bereits deutlich mehr ins Detail gehen. Hier sind wir dann also schon eher im Feinschliff.
Übrigens sehen wir auch die Klappentexterstellung bzw. -optimierung als Teil des Lektorats an. Dies ist also bei uns im Preis inbegriffen. Die Signifikanz eines guten Klappentextes ist nicht zu unterschätzen, denn was sieht ein potenzieller Kunde der Reihe nach? Zunächst sieht er das Coverbild. Spricht ihn dieses halbwegs an, liest er den Titel (oft passiert beides nahezu zeitgleich). Wenn die Vorderseite des Buchs dem Leser also zusagt, sieht er sich den Klappentext an. Und dieser Klappentext entscheidet dann meist darüber, ob der potenzielle Kunde auch zum tatsächlichen Kunden wird. Beim Klappentext kann man sehr viel falsch machen. Man kann zu viel spoilern, ein falsches Bild vom Buch zeichnen, zu wenig Spannung generieren, zu viele Informationen weglassen und vieles mehr. Beispielsweise sollte man mit dem Klappentext auch keine Leser überzeugen, denen dann der Inhalt nicht gefällt, sonst rasselt es im Anschluss negative Bewertungen. Trotzdem sollte einen der Klappentext aber heiß aufs Buch machen, wenn einem auch der Inhalt gefallen würde. Man wandert hier also schmale Grate.
Wir helfen Ihnen und beraten Sie also, bis bzgl. Ihrem Buch auch wirklich alles abgeschlossen ist. Es ist bei uns nämlich keineswegs so, dass Sie hier ein Lektorat machen lassen, und dann stehen Sie da wie der Ochs vor'm Berg, ohne so wirklich zu wissen, was als Nächstes zu tun ist. Erst wenn das Buch fertig veröffentlicht ist und alles passt, sind auch wir zufrieden. :)
Warum nimmt einen heute kein renommierter Verlag mehr, insofern man nicht bereits bekannt ist?
Der heutige Buchmarkt funktioniert im Grunde folgendermaßen: Großverlage werben zum einen Selfpublisher ab, die gerade dabei sind, erfolgreich zu werden, zum anderen werden Autoren genommen, die bereits als Person bekannt sind bzw. ein großes Following auf Social Media haben. Ein kleines bisschen läuft zudem nach wie vor über Vitamin B. Aber auch da werden dann keine großen Gelder in die Hand genommen. Nur wenn der Erfolg sehr wahrscheinlich ist. Und warum auch gigantische Risiken mit unbekannten Neuautoren eingehen und zudem den Aufwand auf sich nehmen, einen Riesenhaufen Manuskripte durchzusehen? Wenn man auch einfach abwarten kann, bis sich die Spreu vom Weizen trennt, übers Selfpublishing?
Selfpublishing hat aber auch für Sie als Autor sehr viele Vorteile, man muss sich nur eben auch ein bisschen mehr drum kümmern, um die eigene Marke, die man sich im Idealfall Schritt für Schritt aufbaut. Die meisten Autoren geben binnen drei Büchern auf, wenn kein Bestseller dabei war. So richtige Chancen auf Bestseller hat man allerdings erst, wenn man an die 10 Bücher veröffentlicht hat oder über Blogposts oder derlei immer mehr Fans ansammelt.
Mit jedem Buch erweitert man seine Fangemeinde und nimmt also von Buch zu Buch immer einige zusätzliche Leser mit. Sodass irgendwann das neueste Buch einfach so schon mal fünftausend Leute kaufen, weil man genug "hardcore" Fans hat, die alles von einem lesen.
Es geht auch vorher schon, Bestseller zu werden, entweder mit viel Glück, weil ein zwei Leute, die ein riesiges Following haben, es empfehlen, oder weil man selbst dafür sorgt, dass solche Leute es empfehlen, oder Werbung schaltet, oder in Podcasts geht oder Sonstiges unternimmt, was der Reichweite dienlich ist.
So in etwa sieht die Realität aus. Dies hat was Gutes und was Schlechtes. Es heißt zum einen, dass jemand, der gut schreibt und dranbleibt, also deutlich mehr als drei Bücher schreibt, zu nahezu 100 % irgendwann erfolgreich werden wird, zum anderen heißt es aber, dass man sich auf einen längeren Weg gefasst machen sollte, als man jetzt gerade vielleicht erwartet ... Es macht also tatsächlich Sinn, zunächst keine extrem langen Bücher zu schreiben, sondern diese wenn möglich in Buchreihen umzuwandeln. Jedoch lassen einige Genres dies nicht wirklich zu, z. B. Thriller-, Fantasy- und Sci-Fi-Romane sollten in der Regel nicht zu kurz sein.
Und was früher für Verlage galt, galt im Anschluss eine ganze Weile lang für Literaturagenturen. Aber auch dafür sollte man auf Social Media einen Haufen Follower haben oder aus sonstigen Gründen bereits eine große Reichweite haben, die sich nutzen lässt, sonst ist das Risiko mit einem schlicht zu groß. Dann erhält man höchstens einen Deal, bei dem man sämtliches Risiko trotzdem tragen, aber dann die Profite obendrein teilen muss. Ein Verlag, der nicht sämtliche Kosten trägt, ist in meinen Augen kein Verlag. Da ist man dann mit Selfpublishing deutlich besser dran.
Kontakte zu Verlagen und zu Publishingagenturen sind also inzwischen so gut wie nichts mehr wert. Selbst wenn man da mit Vitamin B reinkommt, bringt das nichts. Weil das Buch dann gewissermaßen eher abgelegt statt verlegt wird. Es wird also höchstwahrscheinlich mit keinerlei Werbegeld beworfen und ist dann auch in Buchläden nicht sichtbar. Denn wozu auch als Verlag solch ein Risiko eingehen, wenn man auch Selfpublishing-Autoren hernehmen kann, die bereits Reichweite und erste Erfolge mitbringen bzw. Leute, die bereits anderweitig Reichweite haben?
Daher landen inzwischen die aller-allermeisten Manuskripte, die Verlage eingeschickt bekommen, ungelesen im Papierkorb. Es wird kurz der Name gegoogelt, und wenn man nicht bekannt ist, war's das.
Der einzig sinnvolle Weg ist also inzwischen für nahezu jeden neuen Autoren, selbst zu publizieren und sich von Buch zu Buch Schritt für Schritt eine Reichweite aufzubauen. Also die Leser mitzunehmen. Man sollte zudem wie gesagt nicht beim ersten Buch direkt einen Bestseller erwarten, sondern irgendwo zwischen fünf und zehn Büchern bestehen dann realistische Chancen, auch mal einen Bestseller zu haben. Weil genug Leserbasis da ist, die alle deine Bücher lesen und dein neuestes dann auch schnell weiterempfehlen, sollte es prima sein.
Die gute Nachricht ist, dass wirklich so ziemlich jeder gute Autor heute erfolgreich wird, wenn er einfach nur dranbleibt. Die meisten geben nach zwei, drei Büchern auf, wenn kein Bestseller dabei ist. Das ist viel zu früh. Als Autor ist man ein Unternehmer, also eine Marke. Und diese Marke will aufgebaut werden.
Und meiden Sie bitte Klein-„Verlage“. In Anführungszeichen, weil die allermeisten Kleinverlage keine wirklichen Verlage sind. Ein Verlag ist in meinen Augen nur dann ein richtiger Verlag, wenn er sämtliches Risiko für den Autor übernimmt und dann rein am Buch verdient, sollte sich dieses verkaufen. Stattdessen verdienen nahezu ausnahmslos alle Klein-„Verlage“ nicht am Buch, sondern an Ihnen als Autor. Sie sind also dann das Produkt und sollen sich dann gigantisch übersäuerte Veröffentlichungspakete kaufen und obendrein dann auch noch das meiste der Tantiemen abgeben.
Und das ist schlicht eine völlig irrationale Entscheidung, da es schließlich auch einwandfreie Print-on-Demand-Services wie BoD, Tredition und KDP gibt (BoD ist derzeit unser Favorit, was Preisleistung angeht), wo Sie einfach nur Ihr lektoriertes Manuskript mitsamt Cover uploaden müssen, und der Rest passiert wie von Zauberhand. Im Grunde zu nahezu reinen Druckkosten, nahezu ohne Anfangskosten. Der gesamte Vertrieb regelt sich also wie von selbst.
Selfpublishing ist inzwischen wirklich sehr simpel. Einfach jeder hat heute spätestens binnen zwei, drei Tagen das Knowhow, nahezu selbstständig ein Buch auf den Markt zu bringen. Und wir unterstützen Sie natürlich, bis auch wirklich alles geschafft ist. :)
Eine Normseite enthält 30 Zeilen mit jeweils etwa 50 Anschlägen pro Zeile (also 1500 Zeichen einschließlich Leerzeichen). Alternativ kann man auch schlicht mit einem Mittel von ca. 250 Wörtern pro Seite kalkulieren. Mal 4 ergibt das 1.000 Wörter. Womit wir hier beim Letzten Schliff deutlich lieber rechnen, weil ohnehin kaum jemand noch Normseiten nutzen will.
Ein Lektorat umfasst einen größeren Aufgabenbereich als ein Korrektorat. Neben der sprachlichen Korrektur werden zusätzlich auch stilistische und inhaltliche Verbesserungsvorschläge eingebracht. Doch aufgepasst! Ein Lektorat kann ein Korrektorat beinhalten, das ist aber bei weitem nicht bei jedem Lektoratsanbieter der Fall. Falls kein Korrektorat inbegriffen ist, ist es wichtig, dass das Lektorat vor dem Korrektorat stattfindet, da im Verlauf des Lektorats auch große inhaltliche Änderungen passieren können, wobei ganze Abschnitte vom Autor neu hinzukommen, gelöscht oder geändert werden.
Hier beim Letzten Schliff beinhaltet ein Lektorat jedoch immer auch alles, was ein Korrektorat beinhaltet. Bei uns ist ein Lektorat also als eine Erweiterung zum Korrektorat anzusehen. Für uns ist ein Lektorat zudem ein Dialog. Das gemeinsame Entwickeln und Besprechen von neuen Ideen mit Ihnen als Autor ist uns sehr wichtig und bereitet uns auch große Freude.
Warum beinhaltet bei uns ein Lektorat auch immer ein Korrektorat?
Wir leben im 21. Jahrhundert! Manuskripte werden nicht mehr ausgedruckt und mit Kugelschreiber und Textmarkern bearbeitet. Nein, natürlich nicht! Heutzutage wird digital gearbeitet. Mithilfe von semiautomatischen Rechtschreib- und Grammatiktools sowie ein bisschen KI können wir als Profis zügig den Großteil der Fehler tilgen, indem wir uns durch oftmals Tausende von Fehlerkandidaten klicken und diese schlichtweg aussortieren oder im Handumdrehen verbessern, bevor das Durchlesen des gesamten Textes überhaupt beginnt. Und die restlichen Fehler werden dann schlicht während des Lektorats/Korrektorats korrigiert. Dies hat den zusätzlichen Vorteil, dass wir als Lektoren den Text bereits mit deutlich besserer Qualität lesen und nicht nur den Inhalt besser wahrnehmen, sondern auch Lesefluss und Spannung viel besser analysieren können. Und für Sie bedeutet das zudem Lektorate zum halben Preis (im Vergleich zu unseren Preisen vor 5 Jahren, wenn man die Preise zudem inflationsbereinigt). Bei zugleich höherer Qualität.
Wir nutzen immer die beste verfügbare Technik, um unsere Preis-Leistung noch weiter zu steigern und Ihnen erschwingliche Profi-Lektorate bei zugleich höchster Qualität zu ermöglichen. Doch am Ende sind es natürlich trotzdem wir menschliche Lektoren, die Ihnen oft hunderte Kommentare an Feedback schreiben.
Ein Korrektorat erreicht die sprachliche Richtigkeit des Textes. Ein Korrektor überprüft also Rechtschreibung, Grammatik, Zeichensetzung und Ausdrucksfehler. Ein Korrektorat liefert also keine Kommentare zum Inhalt und gibt auch keine schöneren Formulierungsvorschläge. Es geht im Korrektorat lediglich darum, sprachliche Fehler zu korrigieren und den Lesefluss ein wenig zu optimieren. Sinnvoll ist ein Korrektorat genau dann, wenn der Text bereits professionell oder von Freunden und Kollegen mit großer Sorgfalt inhaltlich und stilistisch überarbeitet, das heißt lektoriert wurde und beinahe zur Veröffentlichung bereit ist. Wenn es also nur noch darum geht, die sprachlichen Fehler zu tilgen, damit der Text beim Kunden oder Leser nicht als unprofessionell oder sogar peinlich rüberkommt. Im Verlauf des Korrektorats kommen zudem professionelle Korrektur-Tools zum Einsatz, um die höchste Qualität garantieren zu können.
Korrektorate sind bei uns übrigens so günstig, weil in diesem Bereich KI inzwischen eine solide Unterstützung im Sinne einer KI-basierten Vorkorrektur leisten kann. Diese erhöht zugleich die Endqualität und verringert den Zeitaufwand für uns als Lektoren und Korrektoren, weil wir nicht für jeden (für uns) trivialen Fehler in den Text klicken und eine Korrektur einfügen müssen. Insgesamt steigt also die Chance deutlich, dass Ihr Text am Ende tatsächlich keinen einzigen Fehler mehr erhält. Und das Korrektorat wird deutlich günstiger. Noch vor zwei Jahren war das Korrektorat bei uns die Hälfte teurer, nur so zum Vergleich.
KI bringt – professionell angewandt – also ein Ersparnis, und dieses Ersparnis geben wir direkt an Sie weiter. Übrigens nimmt unsere KI keinerlei stilistische Eingriffe vor, sondern versucht wirklich nur, Rechtschreibung und Grammatik zu optimieren. All dies geschieht zudem voll und ganz transparent. Sie sehen also, welche Korrektur-Vorschläge der KI entstammen. Und den ganzen Stuss, den die KI immer wieder mal einfügt oder fehl-korrigiert, entfernen wir natürlich auch wieder.
Die Dauer eines Lektorats hängt von verschiedenen Faktoren ab, einschließlich der Komplexität des Textes und der Verfügbarkeit des Lektors. Im Allgemeinen kann man jedoch davon ausgehen, dass ein Lektorat bei uns zwischen 3 und 6 Wochen dauert. Bei den meisten Anbietern können Sie verschiedene Pakete buchen. Je weniger Zeit Sie den Lektoren geben, desto teurer wird es in der Regel. Technisch ist ein Lektorat (das nicht allzu lange ist) bereits innerhalb von 24 Stunden möglich. Das nennt sich dann Expresslektorat. Wenn Ihr Manuskript nur ein paar tausend Wörter lang ist, ist ein Lektorat oft durchaus noch am selben Tag möglich.
Beachten Sie, dass ein Romanlektorat, das über 100.000 Wörter hat, meist länger als 3 Wochen dauert und dass man als Autor natürlich auch Zeit braucht, um über die vielen Vorschläge des Lektors nachzudenken bzw. Lösungen einzuarbeiten. Lösungen, die wiederum mit dem Lektor besprochen bzw. von diesem überprüft sein wollen. Das Manuskript geht bei uns also ein paar Mal zwischen Lektor und Autor hin und her.
Vorsicht! Das Überprüfen der Änderungen, die ein Autor nach der Lektoratsabgabe macht, gehört bei vielen Lektoren und Lektoratsanbietern nicht zum Lektorat dazu und muss separat gebucht werden. Hier beim Letzten Schliff macht jedoch gerade dieses Hin und Her, dieser Austausch also, das Lektorat überhaupt erst aus. Denn natürlich wollen wir, dass Autoren Dinge ändern, und natürlich wollen wir das dann auch sehen, überprüfen und erneut unseren Senf dazugeben. Bei uns ist das also alles Teil des Lektorats.
Generell zur Dauer: Planen Sie als Autor lieber deutlich mehr Zeit als weniger Zeit für ein Lektorat ein. Denn nichts ist ein größerer Qualitätskiller als Zeitdruck! Die Meisten Lektorate dauern aber bei uns zwischen einem und drei Monaten, bis sie nach allem Hin und Her komplett fertig sind.
Nein, Sie müssen und sollen nicht einfach alle Vorschläge und Änderungen des Lektors übernehmen. Ein Lektorat ist ein Service, der Ihnen dazu dient, Ihren Text zu verbessern und zu verfeinern, aber letztendlich sind Sie der Autor und haben das letzte Wort. Die Vorschläge des Lektors sind also am Ende des Tages genau das: Vorschläge. Sie entscheiden, welche Änderungen Sie annehmen und welche Sie ablehnen möchten. Auch wenn Sie natürlich gut daran täten, den Rechtschreib- und Grammatikkenntnissen Ihres Lektors zu vertrauen und diesbezügliche Vorschläge nicht abzulehnen, wenn der Lektor schon so freundlich ist, mit dem Zaunpfahl zu winken.
Es ist wichtig, dass Sie sich mit den inhaltlichen Änderungen wohlfühlen und dass der Text immer noch Ihre eigene Stimme und Ihren eigenen Stil widerspiegelt. Ein guter Lektor wird immer respektieren, dass es Ihr Werk ist und wird mit Ihnen zusammenarbeiten, um Ihr Manuskript in Ihrem Sinne zu verbessern, ohne dass es Ihre persönliche Note verliert. Es ist dennoch immer eine gute Idee, sämtliche Vorschläge des Lektors sorgfältig zu prüfen und abzuwägen, inwiefern diese den Text verbessern und Ihren Stil repräsentieren. So können Sie noch ein bisschen an den Änderungen herumfeilen, sich inspirieren lassen – und natürlich auch Kontra geben, denn nicht jeder Vorschlag wird perfekt sein.
Zudem wird die „Änderungen nachverfolgen“-Option aktiviert sein. Sie sehen also exakt, was geändert wurde, und können Änderungen, die Ihnen nicht zusagen, auch mit einem einzigen Mausklick ganz einfach ablehnen. Oder nach Belieben anpassen.
Lektoren liegen aber wie gesagt auch nicht immer richtig. In den allermeisten Fällen hat ein Lektor jedoch recht damit, dass an der jeweiligen Stelle etwas geändert werden sollte. Der Änderungsvorschlag ist nur nicht unbedingt das Optimum. Geben Sie also gerne Kontra. Wir Lektoren wissen den Diskurs mit Ihnen wirklich sehr zu schätzen.
Wenn Sie nach dem Erhalt des Lektorats noch Änderungen an Ihrem Text vornehmen möchten, ist das nicht nur möglich, sondern so gedacht. Es ist zudem Ihr Text und Sie haben die volle Kontrolle darüber. In der Regel arbeiten Lektoren mit der Funktion “Änderungen nachverfolgen” in Programmen wie Microsoft Word. Das bedeutet, dass alle Änderungen und Kommentare, die Ihr Lektor vorgenommen hat, einzeln überprüft werden können.
Sie können also entscheiden, welche Änderungen Sie annehmen und welche Sie ablehnen möchten. Wenn Sie nach dem Lektorat umfangreiche Änderungen vornehmen, wird es sinnvoll sein, eine weitere volle Runde des Lektorats in Betracht zu ziehen, um sicherzustellen, dass der Text immer noch kohärent und fehlerfrei ist.
Falls Sie nur ein paar Abschnitte geändert haben, ist dies oft im Preis inbegriffen. Fragen Sie aber besser nach, denn das ist bei weitem nicht bei jedem Lektoratsservice so. Hier beim Letzten Schliff gehören Änderungen durch Sie als Autor dazu. Insofern Sie also nicht ganze Kapitel neu hinzufügen oder das halbe Buch komplett umschreiben, gibt es da auch keinen Aufpreis. Und selbst in diesem Fall würden wir das vorab mit Ihnen besprechen, sobald wir also bemerken, dass große Umschreibaktionen wahrscheinlich werden, weil beispielsweise einiges inhaltlich noch nicht so richtig stimmig ist. Kosten sollen für Sie immer planbar sein.
Wir beim Letzten Schliff freuen uns als Lektoren sehr darüber, wenn unsere Kommentare auch Anklang finden und dazu führen, dass noch so allerlei verschönert wird. Solange Sie also nur ein paar tausend Wörter ändern, ist bei vielen Lektoratsanbietern alles im Lektoratspreis inbegriffen, denn dass Sie noch Dinge anpassen und ändern, ist letztlich Sinn und Zweck des Lektorats.
Wenn Sie weitere Fragen haben, klicken Sie gerne auf Kontakt. Keine falsche Scheu, wir beißen (meistens) nicht.
Viele fragen sich: Manuskript fertig, was jetzt? Rein in die KI?
Nur weil Sie professionelles Werkzeug haben, können Sie damit noch lange kein Haus bauen. Ein Profi schon.
Deshalb arbeiten beim Letzten Schliff erfahrene Lektoren – mit Gespür, Urteilsvermögen und handwerklichem Können.
Nachfolgend ein Überblick, was KI derzeit überhaupt kann.
KI-Systeme wie ChatGPT können bei der Korrektur von Texten hilfreich sein, da sie halbwegs solide in der Lage sind, Rechtschreib-, Grammatik- und Satzbaufehler zu erkennen. KI kann also tatsächlich auch bei der Verbesserung des Schreibstils und der Struktur eines Textes helfen. Allerdings ersetzen KI-Tools nicht die menschliche Überprüfung durch einen Profi! KIs korrigieren nicht nur, sondern machen auch massig neue Fehler rein. Teils löschen sie grundlos ganze Sätze, erfinden Sätze dazu, übersetzen einzelne Wörter sinnfrei auf Englisch und vieles Mehr. KI ist ein richtiger Zauberkasten, bei dem alles Mögliche passieren kann. Gewusst wie, ein prima Tool, das durchaus Qualität erhöhen und Arbeit ersparen kann, doch das ist eben nicht grundsätzlich der Fall.
KI-Systeme können derzeit zudem weder den Kontext noch die Nuancen eines Textes sonderlich gut erfassen. Darüber hinaus können sie nicht wirklich die Qualität oder den Inhalt eines Textes beurteilen. Ein zusätzlich sehr großes Problem besteht darin, dass heutige KI noch nicht wirklich in der Lage ist, im Stil des jeweiligen Autors Änderungen vorzunehmen, weswegen sich der Text nach der Korrektur einer KI völlig anders liest und nicht mehr nach dem Autor klingt. Der persönliche Stil, die persönliche Note kann also sehr schnell verloren gehen. Je länger Textabschnitte werden, desto mehr macht der Korrekturqualität zudem sog. Prompt-Decay zu schaffen, was bedeutet, dass die KI nur plötzlich für einige Textzeilen oder ganze Abschnitte nur noch einen Teil der Aufgabe erfüllt oder Zeilen komplett überspringt. Oft sieht die KI auch nur trunkierte Abschnitte, also gar nicht den gesamten Text, den sie übergeben. KI fürs Lektorat zu nutzen, ist also gar nicht so einfach, wie man meinen könnte. Und das gilt selbst für teure, bezahlte KI-Lösungen wie wir sie im Vorkorrektorat verwenden.
Wenn Sie KI nutzen, sehen Sie sich also im Idealfall jede einzelne Änderung an, die die KI vorschlägt, und übernehmen Sie nur die allerbesten davon, beziehungsweise passen Sie auch diese besten Vorschläge noch an Ihren ganz persönlichen Stil an. Dies können Sie machen, indem Sie z. B. einen Dokumentenvergleich in Word erstellen lassen.
Das ist viel Arbeit, kann aber durchaus dazu führen, dass Sie insgesamt einen qualitativ hochwertigeren Text produzieren und Ihr Lektorat somit ein bisschen günstiger angeboten bekommen. Empfohlen ist allerdings, dies den Profis zu überlassen, denn die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass Sie Ihren Text nicht nur korrigieren, sondern durch die KI auch stilistisch verändern und somit Ihren eigenen Stil ruinieren.
Auf jeden Fall ist es vor einer Veröffentlichung sehr empfehlenswert, ein professionelles Lektorat oder Korrektorat in Anspruch zu nehmen. Dies gilt insbesondere, wenn der Text für ein breites Publikum gedacht ist oder in einem professionellen oder akademischen Kontext veröffentlicht werden soll. Ein professioneller Lektor oder Korrektor kann den Text auf einem höheren Niveau überprüfen sowie wertvolles Feedback und Verbesserungsvorschläge geben, die weit, weit, weit über das hinausgehen, was ein KI-System heute leisten kann.
Letztendlich hängt die Entscheidung, ob ein KI-System im Sinne eines Copiloten für die Korrektur ausreicht, von den spezifischen Anforderungen und dem Kontext des Textes ab. Wenn Sie beispielsweise eine E-Mail verfassen, etwa für ein Bewerbungsschreiben, dann kann es durchaus sehr sinnvoll sein, diese von einer KI wie ChatGPT korrigieren zu lassen. Bei längeren und persönlicheren Texten ist hiervon jedoch abzuraten. Sehen Sie KI als Recherchetool und Copiloten, der erst ein paar Flugstunden hatte, Ihnen gelegentlich aber trotzdem einen ganz guten Vorschlag liefern kann.
Es ist wichtig zu beachten, dass KI-Systeme, obwohl sie sehr leistungsfähig sind, als Werkzeuge gedacht sind. Ein Hammer kann noch so gut sein, man muss trotzdem damit hantieren können, sonst haut man sich auf die Finger. Werkzeuge können menschliche Fähigkeiten ergänzen und erweitern, aber sie ersetzen nicht das menschliche Urteilsvermögen oder die menschliche Kreativität. Insbesondere nicht eines Profis. In diesem Sinne ist KI ein wertvolles Werkzeug, das uns dabei hilft, effizienter zu arbeiten und bessere Entscheidungen zu treffen sowie große Datenmengen zu analysieren und darin ohne großen Aufwand zu recherchieren. Am besten kann man KI also zur Korrektur nutzen, wenn man auch ohne KI in der Lage wäre, den Text perfekt zu korrigieren, sich aber schlicht ein bisschen Zeit sparen will. Denn was nützt es, Korrekturvorschläge zu bekommen, wenn man nicht weiß, ob diese Vorschläge auch richtig sind. Und leider sind sie das oft nicht.
Ein wirklich gutes Vorkorrektorat erhalten Sie zudem durch die KI Lectoria, welche wir von Beginn an in der Entwicklung unterstützt haben und auch selbst fürs Vorkorrektorat aktiv nutzen: https://www.lectoria.io/ Für eine Veröffentlichung mit höchster Qualität reicht zwar auch diese KI noch nicht, aber es ist ein guter Anfang. Diese KI behält zum absoluten Großteil sogar Ihre Formatierung bei, doch Vorsicht, auch diese KI macht nicht nur Fehler raus, sondern auch gelegentlich ein paar zusätzlich rein – und findet bei weitem auch nicht alles. Insgesamt ist diese KI für Korrektorate aber dennoch sehr rentabel und mit Abstand die beste auf dem Markt.
Das Problem jedoch: Leser sind sehr pingelig. Auch wenn Sie über eine sehr gute Korrektur-KI 90 % der Fehler rausmachen und lediglich 10 % zusätzliche Fehler reinmachen, hat Ihr Text immer noch in etwa 20 % der Fehlermenge. Wenn ein Leser zwei oder drei Fehler in einem Buch findet, toleriert er das meist. Doch bei mehr als 5 Fehler hagelt es schnell massenhaft negative Rezensionen und schlechte Bewertungen. In den allermeisten Fällen korrigieren wir hier beim letzten Schliff in Büchern weit über tausend Fehler. Selbst Autoren, die sehr, sehr, sehr gut und wirklich sprachgewandt sind und absolut rechtschreibsicher, haben zumeist noch über 500 Fehler im Manuskript, die es zu korrigieren gilt. Das liegt schlicht daran, dass man sieht, was man sehen will. Man weiß schließlich, was man hat schreiben wollen, und genau das liest man das auch. Und zwar wieder und wieder und wieder. Einen Fehler, den man einmal übersehen hat, übersieht man sehr wahrscheinlich auch in jedem weiteren Lesedurchgang. User Gehirn ist beispielsweise wahnsinnig gut darin, Buchstaben zu sehen, die gar nicht da sind. Also Dinge zu ergänzen, sodass ein normales Bild im Kopf entsteht. Daher brauchen auch Lektoren Lektoren, wenn Sie selbst Bücher schreiben. Was heißt das nun konkret? Selbst wenn Sie sprachlich zu den Besten der Besten gehören, haben Sie nach KI-Anwendung sehr wahrscheinlich noch über 100 Fehler im Manuskript. Alles über 5 Fehler ist aber schlicht zu viel. Über 10 viel zu viel. Und sein eigenes Manuskript unter diese Fehlertoleranzgrenze zu bekommen, ist selbst für Profis ein ziemliches Ding der Unmöglichkeit.
Dennoch lässt sich KI durchaus auch sinnvoll nutzen, wenn man Autor ist. Und das nicht nur zur Recherche. Mehr dazu erfahren Sie im nächsten FAQ-Abschnitt "Wie nutzte ich KI als Autor?".
Künstliche Intelligenz kann ein wertvolles Werkzeug für Ihr Korrektorat und Lektorat sein. Es gibt verschiedene KI-gestützte Tools, die Ihnen dabei helfen können, Ihren Text zu verbessern. Diese Tools können einige Ihrer Rechtschreib-, Grammatik- und Zeichensetzungsfehler in Ihrem Text erkennen und mit solider Richtigkeit korrigieren. Doch es ist wie gesagt ein Werkzeug! Man kann sich die besten Pinsel der Welt kaufen, doch allein dadurch wird man noch nicht zum Meistermaler. Diese Analogie lässt sich auch in KI übersetzen. Sicher haben Sie bereits einige wunderschöne KI-generierte Bilder gesehen. Doch diese entstehen nicht einfach mit einem Fingerschnippen, bzw. entstehen nicht einfach mit einer einzigen Eingabe. Nein. Auch hier sitzt ein Profi vor der Tastatur und erklärt der KI in teilweise Hunderten von Eingabe-Prompts, inwiefern das Bild noch etwas anders werden soll.
Was heißt das fürs Korrektorat durch die KI? Machen Sie bitte nicht den Fehler, der KI zu viel zuzutrauen. Bzw. verstehen Sie bitte, dass KI erst dann wirklich nützlich wird, wenn Sie sie sehr regelmäßig anwenden und sich über deren Stärken und Schwächen bewusst sind.
Doch spielen Sie ruhig mal ein bisschen herum. Die meisten KI-Tools lassen Sie direkt in Ihrem hochgeladenen Word-Dokument Änderungen vornehmen, ohne die Formatierung zu beeinflussen. Nachdem das Tool Ihren Text überprüft hat, können Sie alle vorgeschlagenen Änderungen der Reihe nach durchgehen. Auf keinen Fall sollten Sie die Vorschläge mit nur einem Klick übernehmen, denn viele der Korrekturen werden für Sie keine Verbesserung darstellen.
Die beste Korrektur-KI, die auch die Formatierung des Textes komplett beibehält, ist Lectoria: https://www.lectoria.io/ Ist zwar nicht ganz günstig, lohnt sich aber durchaus. Premium-KI-Korrektur quasi. Wichtig ist auch hier, alle Korrekturvorschläge im Nachhinein noch mal selbst durchzugehen.
Auch wir nutzen Lectoria zum Vorkorrektorat und können unser Korrektorat deswegen inzwischen deutlich günstiger anbieten als vor ein paar Jahren noch. Denn ja, Lectoria lohnt sich definitiv. Kostet meist um die 100 € pro Manuskript. Wer also sparen will und wirklich nur eine solide Korrektur will, die die meisten Fehler findet, kann auch die reine KI-Variante wählen. Für eine erste Buchveröffentlichung, mit der man die Gewässer testen will, kann dies inzwischen durchaus ausreichend sein. Allerdings ist die Arbeit nach der KI-Korrektur nicht getan, sondern sie geht dann erst richtig los! Es sind alle Korrekturvorschläge der Reihe nach durchzugehen, denn Sie werden feststellen: Einige Vorschläge sind Schwachsinn oder keine Optimierung und müssen wieder entfernt werden. Nichtsdestotrotz ist es eine prima Vorschlagsliste an potenziellen Fehlerkandidaten, die man, wenn man sprachlich sehr fit ist, recht effizient durchgehen kann. So machen auch wir das, bevor wir das Manuskript überhaupt erstmals korrigieren/lektorieren. Das ist quasi die Vorbereitung bei uns, bevor es überhaupt richtig losgeht. Über Lectoria kommen viele Autoren bereits zu einem für eine Veröffentlichung ausreichenden Ergebnis. Wem aber vom Fehlergrad ausreichend nicht reicht, sondern wer lieber ein sehr gutes oder sehr gutes Ergebnis hätte, der sollte sich nach wie vor an Profis wie uns beim Letzten Schliff wenden. Denn wir nutzen nicht nur die beste Technik als Grundbasis, sondern können auch noch damit umgehen, kennen also die Schwächen und Stärken. Und geben Zeit- und Aufwandsersparnisse durch KI über Preissenkungen so oder so an Sie weiter.
Zu beachten also: KI wird den Kontext und die Nuancen Ihres Textes nur sehr begrenzt erfassen und daher Fehler übersehen und wie gesagt sogar einige falsche Korrekturen vornehmen. Daher ist es auch, nachdem Sie Ihren Text mit den ganzen KI-Vorschlägen durchgearbeitet haben (wenn Sie sich diesen Aufwand selbst machen wollen), sinnvoll, Ihren Text zusätzlich von einem tatsächlichen Lektor oder Korrektor überprüfen zu lassen – insbesondere wenn Sie planen, Ihren Text zu veröffentlichen. Ihn aber wenigstens noch einmal selbst eingehend zu prüfen.
Eine weitere wirklich großartige Möglichkeit, KI zu nutzen, ist folgende Situation: Sie lesen eine Reihe von Sätzen. Sie lesen sie wieder und wieder und wieder und wieder. Sie wissen, irgendwas macht Sie hier nicht glücklich. Doch was genau eigentlich? Ist es die falsche Konjunktion? Passt etwa das Adjektiv nicht? Ist etwas seltsam beschrieben? Sollte man zwei Sätze lieber zu einem längeren machen? Oder, oder, oder ...
Tatsache ist, man kommt gerade einfach nicht drauf und zerbricht sich den Kopf und will einfach auf keine schöne Lösung kommen. Es ist wie verhext.
Das nächste Mal, wenn Sie in so einer Situation sind (dabei spielt es keine Rolle, ob Sie nun Lektor oder Autor sind), gehen Sie zur KI Ihrer Wahl, z. B. Grok (X-AI) oder ChatGPT, und geben Sie gib mir 10 Optionen, Folgendes schöner zu formulieren: gefolgt von der Probleme machenden Satzreihe ein. Was Sie nun erhalten, sind 10 Vorschläge, die Ihnen sehr wahrscheinlich ebenfalls alle nicht gefallen werden. Doch warum hilft uns das trotzdem? Nun, was Sie da jetzt vor sich haben, ist eine Kombination aus einer tollen Synonymliste für Ihre genutzten Wörter, und sogar noch mehr als das: Sie haben nun eine Liste ganzer Phrasen, also Ausdrücke, bestehend aus mehreren Wörtern, womöglich sogar ganze Satzteile, die sehr wohl eine Lösung für Sie darstellen können. Basteln Sie sich aus 10 Möglichkeiten, die Ihnen ebenfalls nicht zur Gänze gefallen, also ganz einfach eine Lösung, die Ihnen sehr wohl gefällt. Und anstatt sich stunden-, tage- oder nächtelang den Kopf zu zerbrechen, haben Sie sich binnen einer halben Minute (die ersten Male werden Sie wohl eher drei Minuten brauchen) mit hoher Wahrscheinlichkeit eine schöne Lösung zusammengebastelt. Äquivalent dazu können Sie sich Überleitungen und alles Mögliche, was Ihnen noch so einfällt, erstellen lassen. Bzw. die KI Vorschläge liefern lassen, aus denen Sie sich dann selbst etwas basteln, das perfekt in Ihren Stil passt.
Sie können sich sogar für Ihr ganzes Manuskript Formulierungsvorschläge geben lassen bzw. Ihr Manuskript umformulieren lassen und sich dann über einen Dokumentenvergleich die Änderungen anzeigen lassen. Über 95 % der Vorschläge sind wahrscheinlich völliger Mist, aber unter den verbleibenden 5 % sind definitiv einige Juwelen dabei, die Sie sich herauspicken und in Ihr Manuskript einfügen können. Dies ist ein Schritt, den kein Lektor für Sie übernehmen kann, weil nur Sie entscheiden können, was in Ihren Stil passt und was nicht.
Es gibt noch viele weitere Möglichkeiten, wie man KI als Autor sinnvoll nutzen kann. Zum Beispiel, um sich beim Plotten mit Ideen inspirieren zu lassen. KI-Vorschläge sind so gut wie nie zu 100 % gut. Aber ab und an ist zumindest teilweise auch mal was dabei, auf dem man weiter aufbauen kann. Auch bei Schreibblockaden kann KI sehr helfen. Erklären Sie der KI einfach, warum Sie festhängen. Wer weiß, vielleicht kommt ein halbwegs vernünftiger Vorschlag dabei heraus. Wenn nicht, lassen Sie sich noch 10 weitere Vorschläge geben und basteln Sie sich aus den Ergebnissen Ihre eigene Lösung.
Das große Fazit zum Thema KI lautet also: Künstliche Intelligenz, oftmals sinnvoll! Doch seien Sie sich im Klaren, dass der Großteil der Intelligenz nach wie vor von Ihnen selbst kommen sollte, denn nur wer kluge Fragen stellt und weiß, was die KI in etwa leisten kann, erhält auch kluge Antworten. Bzw. weiß die Limits der KI einzuschätzen und zu umgehen. Eine Frage ist meist genau dann eine gute Frage, wenn sie Ihnen zugleich Arbeit abnimmt und im Ausgleich dazu neue Arbeit erschafft. Klingt etwas paradox, aber Sie werden es verstehen, wenn Sie eine Weile mit KI gearbeitet haben, versprochen. KI klaut uns jedenfalls definitiv nicht die Jobs, sondern im Gegenteil, KI ermöglicht uns, sehr viel besser in unseren Jobs zu werden und uns mehr aufs Wesentliche zu konzentrieren. Wer also sein Manuskript der KI gibt und sagt: „Korrigier mal und mach die Sprache hübscher“, und das Ergebnis schlicht veröffentlicht, kann es stattdessen auch direkt in den Papierkorb werfen. Aber einige hübsche Juwelen, also Satzteile, die man übernehmen kann, finden sich eben sehr wahrscheinlich schon. Und mühen Sie sich wirklich nicht mit Fehlerkorrektur herum. Die macht der Korrektor später ohnehin noch alle raus. Und zwar sehr viel schneller und "richtiger" als Sie. Und dank KI von Jahr zu Jahr immer günstiger.
Wie gesagt: Auch Lektoren brauchen Lektoren, wenn sie selbst Bücher schreiben.
Es ist aber auch kein Weltuntergang, wenn Sie sich lieber weiter selbst den Kopf zerbrechen wollen, bis die Zahnräder nur so knirschen und Ihr Gehirn zu rauchen beginnt. Rätsel selbst und ohne Hilfe zu lösen, kann auch sehr erfüllend sein und viel Freude bereiten. Als Lektoren verstehen wir das voll und ganz.
Pauschal lässt sich sagen: Je besser Sie sprachlich sind, desto mehr bringt Ihnen KI in der Korrektur. Weil Sie dann besser mit dem Ergebnis zu hantieren wissen. Doch wie gesagt nur als Vorkorrektur, die, je nachdem, wie „schlimm“ der Text bzgl. Rechtschreibung, Grammatik und Zeichensetzung ist, durchaus ein gutes Stück Vorarbeit abnehmen kann. Quasi, als ob man einen neuen Praktikanten, der noch recht grün hinter den Ohren ist, das Manuskript schon mal vorkorrigieren lässt, nur konsistenter und schneller. Und damit für Sie kostengünstiger und zugleich hochwertiger, wenn Sie unseren Service nutzen, weil wir die Zeitersparnisse über günstigere Preise an Sie weitergeben. Zudem nutzen wir Korrektorats-KIs, die in dieser Version noch gar nicht am Markt verfügbar sind, weil wir eng mit Lectoria zusammenarbeiten und die neuesten Modelle nutzen und optimieren, teils ein ganzes Jahr früher, bevor sie dann auf den Markt kommen. Und in einem Jahr tut sich in der KI-Welt meist sehr viel.
Auch inhaltlich kann KI hilfreich sein: Laden Sie Ihr Manuskript bei KIs hoch und stellen Sie Fragen! Wir machen das ebenfalls, als Zusatz zum Lektorat. Vorsicht jedoch vor dem Kontextfenster. Es ist sehr viel kleiner, als man meinen würde. Das größte gibt es derzeit bei Grok, wenn Sie die teuerste Premium-Version nutzen. Ca. 20.000 Wörter. Doch überfordern Sie die KI nicht und erwarten Sie nicht zu viel. Mindestens 95 % der Vorschläge der KI sind bzgl. Inhalt derzeit noch völliger Schwachsinn. Was schon deutlich besser ist als noch vor einem Jahr, wo sehr nahe 100 % völliger Schwachsinn waren. Gelegentlich ist also inzwischen durchaus auch mal eine gute Idee dabei, auf der sich aufbauen lässt. Dies kann aber auch gefährlich sein, denn womöglich folgen Sie einem Vorschlag, der eigentlich schwachsinnig ist, lassen sich also dazu verleiten, Ihr Manuskript sogar zu verschlechtern. Probieren geht hier allerdings über Studieren. Wer gerne mit KI rumspielt, sollte dies ruhig auch bzgl. seines Manuskripts mal probieren. Für beste abschließende Qualität sollte man sich vor der Veröffentlichung jedoch so oder so an einen professionellen Lektoratsservice wenden.